about me  


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1950 geboren in Köln
Studium der Germanistik und Pädagogik in München

seit 1980 Studien der theoretischen und praktischen Grundlagen der Malerei
seit 20 Jahren regelmäßig Ausstellungen in München und Umgebung
seit 1995 Beschäftigung mit Fotografie in Theorie und Praxis



"Fotografieren ist wie Schreiben mit Licht, wie Musizieren mit Farbtönen, wie Malen mit Zeit und Sehen mit Liebe"

Almut Adler    



Fotografieren wie auch der Prozess des "Malens" bedeutet für mich, ein Bild zu erschaffen.
Die Mittel, die ich dabei verwende, sind unterschiedlich.
Bei der Malerei sind es Materialien wie Holz, Pigmente, Marmormehle, Eisen ..., beim Fotografieren ist es die Kamera.
Das Beherrschen der Regeln ist dabei lediglich die technische Voraussetzung, die es mir ermöglicht, meine Ideen , Wahrnehmungen und Gefühle umzusetzen.

Das Wesentliche für das Erschaffen eines Bildes, einer Fotografie aber ist für mich das Auge, die Fähigkeit zu sehen, zu beobachten. Je länger man sich mit Fotografie beschäftigt, desto mehr lernt man, genauer hinzuschauen, die Dinge, die Menschen, die Welt mit anderen Augen zu betrachten − ein Lernprozess, durch den sich schrittweise auch das eigene Bewusstsein verändert.
Mein Anliegen ist es nicht, in meinen Bildern eine "objektive" Wirklichkeit abzubilden, sondern meine subjektive Wahrnehmung der Dinge zu reflektieren und durch das Bild zum Sprechen zu bringen.



"AUSSEN GESEHENE INNENBILDER
LEISER STAUB DER SEELE
SICHTBAR GEMACHTE POESIE OHNE WORTE
KLAENGE AUS BETROFFENHEIT
STILLE ZEUGEN VON LIEBE UND SEHNSUCHT"

Maria Osthoff    





Materialbilder

Das Entstehen eines Bildes ist ein Dialog zwischen unterschiedlichen Materialien in ihrer sichtbaren materiellen Präsenz und meinen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, die in das Bild hinein fließen. Sie durchdringen sich gegenseitig, ergänzen und bereichern sich, fügen sich in einer spannungsreichen Beziehung zusammen, um letztlich in ihrer Ganzheit zur eigentlichen Kraft zu finden. Der Wunsch nach immer wieder neuen Ausdrucksformen in meinen Bildern basiert nicht auf einem Plan oder Konzept, sondern entsteht spontan und intuitiv, aus einer mit Logik nicht zu erklärenden Motivation. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Materialien, die ich verwende. Je nach Art des Auftrags entsteht eine mehr oder weniger reliefartige, spröde, manchmal aufgeraute und rissige Oberfläche, die ich dann weiter bearbeite und in Verbindung mit anderen Stoffen wie Eisen, Blei, Holzplatten, Draht, Schellack, Papieren etc. zu einem Bild werden lasse. In vielen meiner Materialcollagen kommt dem Eisen, welches durch den Prozess des Rostens eine ganz eigene ästhetik entwickelt, eine besondere Bedeutung zu. Die intensiven Farbtöne des Rostes in den unterschiedlichsten Schattierungen von dunkel bis hell verändern sich je nach Lichteinfall und fügen dem Bild eine eigene Lebendigkeit hinzu, durch die im Zusammenwirken mit der Oberflächenstruktur des Bildes die Vergangenheit spürbar wird.
So wie das Bild aus reiner Intuition entsteht, so ist auch die Botschaft, die das Bild vermittelt intuitiv und nicht durch den Intellekt zu entschlüsseln und setzt voraus, dass der Betrachter sich offen und ohne Vorurteil darauf einlässt. Welche Gefühle und Bilder es in ihm hervorruft, ist bedingt durch seine ganz eigene subjektive Geschichte.



Mauern

Mauern von Menschen geschaffen, schützend und begrenzend. Makellos stehen sie da. Vom ersten Augenblick an den Einwirkungen von Zeit und Mensch ausgesetzt. Der Prozess der Verwandlung beginnt. Die Zeichen der Zeit hinterlassen ihre Spuren. Spuren in Form von Buchstaben, Zahlen und Symbolen, die eingeritzt oder gemalt, isoliert oder zusammenhängend ihren Platz finden. Zeichen als unmittelbarer Ausdruck von Kraft und Gefühlen, die in uns leben und aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche dringen. Liebe, Gewalt, Hoffnung und Ängste. Wie ein Buch großer und kleiner Gefühle. Zeichen, die mit dem Abblättern von Mauerflächen und Rissigwerden von Farbschichten allmählich verblassen oder ganz verschwinden, um durch neue ersetzt zu werden. Wir werden konfrontiert mit Gegenwart und Vergangenheit, mit dem Zyklus von Verfall und Erneuerung, mit den Grenzen unseres Seins. Mauern stehen da, stark und scheinbar unbeugsam in ihrer Begrenzung. Und doch spüren wir eine stille Aufforderung, sie zu überwinden, in uns eine Vorstellung zu erschaffen von einer Unendlichkeit jenseits der Grenzen, der Grenzen des eigenen Seins, der Grenzen in uns und die Wahrnehmung zu schärfen für die Dinge, die nur sichtbar werden, wenn wir sie wirklich anschauen



Zeit ist Raum
Raum ist Zeit

Zeit verändert den Raum
Raum beinhaltet Zeit

Raum und Zeit fließen ineinander, verschmelzen zu einer Einheit.
Alles, was wir betrachten, befindet sich in einem ständigen Fluss, in einem Prozess der Wandlung, auch wenn wir es anders wahrnehmen. Was in diesem Moment ist, ist schon vorüber, ist schon Vergangenheit, nur Spuren bleiben. Spuren, die uns Geschichten erzählen, die etwas in uns berühren und uns helfen, tiefer einzudringen in die Vergangenheit, um besser zu verstehen. Spuren auf Mauern, in Gebäuden , im vom Menschen errichteten Raum. Spuren, Wunden, Narben in der Natur, verursacht durch menschliches Eingreifen. Und die oft unsichtbaren Spuren in der Seele der Menschen.


to the german version


1950 born in Cologne, Germany
Studied German Linguistics and Literature and Education in Munich

since 1980 studies of the theoretical and practical basics of painting
regular exhibitions in and around Munich since 1993
since 1995 engaged in photography



"Photography is like writing with light, like making music with color tones, like painting with time and seeing with love."

Almut Adler    



Photographing as well as the process of "painting" means for me to create a picture.
The means I use are different..
In painting there are materials such as wood, pigments, marble powder, iron... and in photography it is the camera.
Mastery of the rules is merely the technical prerequisite that enables me to implement my ideas, perceptions and feelings.

For me, however, the essential thing for creating an image or photograph is the eye, the ability to see and observe. The longer you look at photography, the more you learn to look closer, to see things, people, the world with different eyes - a learning process that gradually changes your own consciousness.
My concern is not to depict an "objective" reality in my pictures, but to reflect my subjective perception of things and to make them speak through the picture.



"interior pictures seen from outside
quiet dust of the soul
poetry made visible without words
sounds out of consternation
silent witnesses of love and longing"

Maria Osthoff    





material images

The emergence of an image is a dialogue between different materials in their visible material presence and my thoughts, feelings and experiences that flow into the image. They interpenetrate, complement and enrich each other, merge in a tense relationship, and ultimately find themselves in their entirety to the actual power. The desire for new forms of expression in my pictures is not based on a plan or concept, but arises spontaneously and intuitively from a motivation that cannot be explained by logic. The materials I use play an important role here. Depending on the type of application, a more or less relief-like, brittle, sometimes roughened and cracked surface is created, which I then process further and combine with other materials such as iron, lead, wood plates, wire, shellac, paper etc. to create a picture. In many of my material collages, iron, which develops its own aesthetics through the process of rusting, is of particular importance. The intense shades of rust in a wide variety of shades from dark to light change depending on the incidence of light and add a special liveliness to the image, which in combination with the surface structure of the image makes the past palpable.
Just as the picture is created out of pure intuition, so too is the message that the picture conveys intuitively and cannot be deciphered through the intellect, assuming that the viewer openly and without prejudice is willing to accept it. The feelings and images it evokes in him are determined by his very own subjective history.



Walls

Walls built by people, protecting and limiting. Flawlessly, but from the very first moment exposed to the effects of time and man. The process of transformation begins. The signs of the times leave their mark. Traces in the form of letters, numbers and symbols that can be engraved or painted, isolated or connected. Signs as an immediate expression of the power and feelings that live in us and come to the surface from the subconscious mind. Love, violence, hope and fear. Like a book of big and small feelings. Signs that gradually fade away or disappear with the peeling off of wall surfaces and cracking of layers of paint to be replaced by new ones. We are confronted with the present and the past, with the cycle of decay and renewal, with the limits of our being. Walls stand there, strong and seemingly unbending in their boundaries. And yet we feel a silent call to overcome it, to create in us an idea of an infinity beyond the borders, the boundaries of our own being, the boundaries within us and to sharpen our perception for the things that only become visible when we really look at them.



Time is Space
Space is time

Time changes space
Space contains timem

Space and time flow into each other, merging into a unity.
Everything we look at is in a constant flow, in a process of change, even if we perceive it differently. What exists in this moment is already over, is already past, only traces remain. Traces that tell us stories that touch something in us and help us to delve deeper into the past in order to understand better. Traces on walls, in buildings, in man-made space. Traces, wounds, scars in nature caused by human intervention. And the often invisible traces in people's souls.